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Schelztorstraße 41

Gelbbeige Ziegel, roter Sandstein und reich verziertes Fachwerk geben dem Wohnhaus an der Ecke Schelztorstraße und Kandlerstraße seinen besonderen Charakter. Der Erker mit seinem Turm setzt einen markanten Akzent. 1895 entwarf der Architekt Albert Pantle das Haus für den Sägemühlenbesitzer Rudolf Eisele. Heute widmen wir uns der behutsamen Instandsetzung dieses denkmalgeschützten Gebäudes.

Rund vier Jahrzehnte nach der letzten großen Fassadensanierung haben Witterung und Feuchtigkeit sichtbare Spuren hinterlassen. Sandstein ist verwittert, einzelne Ziegel und Mauerwerksfugen sind beschädigt, Anstriche auf Holz und Putz lösen sich. Unser Sanierungskonzept setzt an diesen Schäden an und zielt darauf, möglichst viel historische Substanz zu erhalten.

Die restauratorische Untersuchung eröffnet dabei einen Blick in die Farbgeschichte des Hauses. Unter den heutigen rotbraunen Fachwerkanstrichen wurde eine dunkelbraune Erstfassung gefunden, die vermutlich aus der Bauzeit stammt. Die noch erhaltenen Treppenhausfenster mit ihren teilweise farbigen Verglasungen waren ursprünglich in einem auffälligen bläulichen Grün gestrichen. Solche Befunde helfen uns, spätere Veränderungen zu verstehen und die geplanten Arbeiten sorgfältig mit der Denkmalpflege abzustimmen.

Jedes Material verlangt eine eigene Herangehensweise. Verwitterter Sandstein soll gezielt gefestigt und ergänzt werden; ein Austausch ist für stark geschädigte Bereiche vorgesehen. Fehlende Ziegel sollen durch farblich passende Steine aus dem historischen Baustoffhandel ersetzt werden. Auch die zurückgesetzten Fugen, die Struktur des Sockelputzes und die Anschlüsse zwischen Fachwerk und Putz erhalten besondere Aufmerksamkeit. Die unterschiedlichen Dachdeckungen aus Ziegeln, Schiefer und Metall werden geprüft und bei Bedarf repariert.

In enger Abstimmung mit den Denkmalbehörden entwickeln wir so eine Instandsetzung, die bis ins Detail auf den Bestand eingeht. Unser Ziel ist, die handwerklichen Besonderheiten des Hauses zu bewahren und seine Fassaden und das Dach dauerhaft zu schützen.

Historische Fotografie
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