Gleishallendach Hauptbahnhof Karlsruhe
Hoch über den Bahnsteigen des Karlsruher Hauptbahnhofs liegt eine Arbeitswelt, die Reisenden meist verborgen bleibt. Zwischen fünf verglasten Dachkuppeln verlaufen schmale Wartungswege, Stege und Treppen. Steigleitern erschließen die Dachlandschaft, bewegliche Fahrkörbe ermöglichen Arbeiten unter dem Hallendach. Diese Zugänge und Anlagen sind Voraussetzung dafür, die große Dachkonstruktion zu warten und instand zu halten.
Für das denkmalgeschützte Gleishallendach haben wir ein Konzept entwickelt, das die Sicherheit bei diesen Arbeiten verbessert und behutsam mit dem Bestand umgeht. Ausgangspunkt war die genaue Untersuchung der Wege und ihrer Übergänge. Besondere Aufmerksamkeit erfordern die vorhandenen Drahtglasflächen, die nicht durchtrittsicher sind, sowie unvollständige Geländer und ungesicherte Leiterausstiege.
Die Planung verbindet ergänzende Metallbauarbeiten mit Systemen zur persönlichen Sicherung gegen Absturz. Zwölf Steigleitern sollen Steigschutzeinrichtungen erhalten. Für die Wartungswege, die Stege an den Befahranlagen und deren Treppen sind spezielle Seil- und Schienensysteme vorgesehen. Fehlende Geländerfüllungen sollen durch leichte Edelstahlnetze ergänzt, Leiterholme verlängert und Ausstiege gesichert werden. Neue Bauteile orientieren sich dabei an der vorhandenen Konstruktion.
Auch die Zugänge zu den Fahrkörben unter den Kuppelspitzen verlangen eigene Lösungen. Ergänzend umfasst das Konzept die Beseitigung von Stolperstellen und den Korrosionsschutz an Stahlbauteilen.
Die Abstimmung mit den Denkmalbehörden war ein wesentlicher Teil unserer Planung. Im Mai 2025 wurde die denkmalrechtliche Genehmigung erteilt. Sie bestätigt, dass die gemeinsam entwickelten Lösungen nur unwesentlich in den geschützten Bestand eingreifen.
Unsere funktionalen Leistungsbeschreibungen für Absturzsicherungssysteme und Metallbauarbeiten bilden die Grundlage für die technische Abstimmung mit den Herstellern der Sicherheitssysteme und die anschließende Umsetzung. Ziel ist, sichere Wartung und den Erhalt der historischen Dachkonstruktion miteinander zu verbinden.
